Bestigium / Mérida
Amphitheater · 1 schichten

Römisches Amphitheater von Mérida

Das römische Amphitheater von Mérida ist eines der wichtigsten Bauwerke von Augusta Emerita, der Hauptstadt der römischen Provinz Lusitanien. Es wurde im Jahr 8 v. Chr. eingeweiht, zeitgleich mit dem benachbarten römischen Theater, mit dem es einen großen, in Hispanien einzigartigen Spielkomplex bildet. Elliptisch im Grundriss, messen seine Achsen etwa 126 m (die große) und 102 m (die kleine), mit einer Arena von 64 x 41 m. Die cavea in drei Sektoren (ima, media und summa) bot etwa 14.000 Zuschauern Platz auf 11 Sitzreihen, die teils auf dem natürlichen Hang des Hügels auflagen. Sie hatte 16 Zugangstore und zwei Ehrenlogen an der kleinen Achse: eine für die Magistrate, eine für den Ausrichter der Spiele. Das unterirdische Hypogäum mit kreuzförmigem Grundriss nahm die Tierkäfige und die Bühnentechnik auf. In einem der angrenzenden Räume wurden Hinweise auf einen Nemesis-Kult identifiziert, der Schutzgöttin der Gladiatoren. Das Amphitheater diente vor allem munera (Gladiatorenkämpfen) und venationes (Tierhetzen). Die systematischen Ausgrabungen begannen 1919 unter der Leitung von J.R. Mélida und M. Macías. 1912 zum Nationaldenkmal erklärt, ist es seit 1993 UNESCO-Welterbe als Teil des archäologischen Ensembles von Mérida.

Bestigium
Art
Amphitheater
Erhaltung
Ruine
Schutzstatus
Denkmalgeschützt · RI-51-0000108
Unterschutzstellung
13/12/1912
Koordinaten
38.91617, -6.33793
Fotografien
20
Die Fundstelle

Was es ist und was davon übrig ist

Wo die Funde liegen

Nationalmuseum für römische Kunst (MNAR), Mérida

Skulptur, Inschriften und Keramik aus den Ausgrabungen des Amphitheaters, innerhalb der Sammlung von etwa 36.000 Stücken, die das Museum von der Fundstätte Mérida verwahrt.

Das Profil

Was jede Epoche hier hinterlassen hat

Zu lesen von oben nach unten: jedes Band ist eine Epoche, die an dieser Stelle gebaut hat, von der jüngsten bis zur tiefsten.

25 v. Chr. – 5. Jh. Schicht 1
5 Fakten
8 fotografien
Römisch

Römisch

An dieser Fundstelle steht Mauerwerk dieser Epoche. In Mérida gibt es 57 weitere Fundstellen aus derselben Schicht.

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Anekdote

Jahrhundertelang glaubte man, es sei kein Amphitheater, sondern eine Naumachie, eine Anlage für nachgestellte Seeschlachten: die große Grube in der Mitte der Arena und die nahen Aquäduktreste schienen darauf hinzudeuten, dass sie geflutet wurde. Der Irrtum wurde vom 16. Jahrhundert an mitgeschleppt und erst mit den 1919 begonnenen Ausgrabungen berichtigt.

Anfiteatro de Mérida — Wikipedia
Fakt

Die mittlere Grube war nicht für Wasser: sie war mit einem Bretterboden gedeckt, und darunter lagen die Käfige der Tiere und das Bühnenmaterial, von wo aus sie in die Arena kamen.

Consorcio Ciudad Monumental de Mérida
Fakt

Aus dem Amphitheater stammt eine Nemesis geweihte Platte, der Göttin, der sich anvertraute, wer in der Arena sein Leben aufs Spiel setzte; sie liegt heute im Nationalmuseum für römische Kunst.

Consorcio Ciudad Monumental de Mérida
Fakt

1979 fanden sich hier vier Fragmente von Wandmalerei, in einem späten Grab wiederverwendet: sie zeigen venatio-Szenen mit spezialisierten Jägern im Kampf mit den Tieren, bis ins Detail ihrer Kleidung. Sie sind im Nationalmuseum für römische Kunst ausgestellt.

MNAR — Pinturas del Anfiteatro
Fakt

Dass es im Jahr 8 v. Chr. eingeweiht wurde, weiß man aus den im Gebäude gefundenen Inschriften selbst: es ist eines der wenigen exakten Daten, die aus der Gründungszeit von Augusta Emerita bekannt sind.

Anfiteatro de Mérida — Wikipedia
Bestigium
Bestigium
Bestigium
Bestigium
Panorama von oben: die vollständige Ellipse der Arena und die drei Sitzsektoren
Panorama von oben: die vollständige Ellipse der Arena und die drei SitzsektorenÁngel M. Felicísimo from Mérida, España · CC BY 2.0
Das Hypogäum: die kreuzförmige Grube unter der Arena, wo Tierkäfige und Bühnentechnik lagen
Das Hypogäum: die kreuzförmige Grube unter der Arena, wo Tierkäfige und Bühnentechnik lagenLuis Rogelio HM · CC BY-SA 2.0
Die Podiumsmauer mit den gewölbten Zugängen zur Arena
Die Podiumsmauer mit den gewölbten Zugängen zur ArenaFalk2 · CC BY-SA 4.0
Die Ehrenloge an der kleinen Achse, mit ihren Quaderbänken
Die Ehrenloge an der kleinen Achse, mit ihren QuaderbänkenFalk2 · CC BY-SA 4.0
Profilsohle

Unter der tiefsten Schicht jeder Fundstelle liegt der Boden selbst: was noch nicht ergraben ist, oder was nichts Gebautes hinterlassen hat. Der Katalog behauptet nur, was belegt ist.

Literatur und Quellen

Woher dieser Eintrag stammt

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